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gr_indiv:0712 [2023/11/01 17:17] – xaverkainzbauer | gr_indiv:0712 [2023/11/16 12:21] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 |
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BzG 61/44 - GrN 2/223 | BzG 61/44 - GrN 2/223 |
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| <fc #4682b4>"verbis"</fc> ad BzG 61/46 4: "Augmentativ liqueszierernder Pes quadratus" bedeutet dass **kein** zusätzlicher Ton zum Pes dazukommt. |
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| {{ :gr_indiv:0712_spolia_multa.png?300|}} |
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| <fc #4682b4>"inve-//nit spo//-lia"</fc> E legt durch seine litterae recht deutlich fest: der Abstieg der 6Ton-Neume kann nur "do-sol-mi/fa" sein, der Por ist durch 'inferius' und 'sursum' eindeutig als "la-fa-la" festgelegt. Das ergibt eine Melodie, die in keiner anderen Quelle irgendwie abgesichert wäre. Eine verwirrende Lage, die einer ausgiebigen Diskussion würdig ist. |
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| Wir notieren in unserer Restitution die etwas spröde Form, wie sie aus E gelesen werden kann. Sie verlangt ein klares Abfangen bei "invenit", bevor mit "spolia" neu begonnen wird ('statim'). |
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| <fc #4682b4>"anima mea"</fc> usque ad finem:\\ |
| Nach dem SaLicus "e-//lo//-quia" "**si-do**" besteht im weiteren Verlauf kein Grund für ein si-be-molle "sa".\\ |
| Hier einmal ein rhetorisch - musikalisches Argument: |
| <fc #4682b4>"concupivit anima mea"</fc> Die Stelle beginnt mit der kräftigen Terz "la-do" auf "concupivit". Das anschließende "anima mea" und "testimonia tua" in den resignierenden Semitonus "sa-la" fallen zu lassen widerspricht jeder Aesthetik. Der Tritonus "si-fa" kann als Ausdruck einer latenten Transzendenz verstanden werden und ist hier für den Sänger kein Problem. |
| Für den polyphonen Komponisten mag "tritonus diabolus in musica" sein, im einstimmigen (unbegleiteten!) Cantus ist er ein Element der Spannung. |