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gr_indiv:0649

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0649 CO Exiit sermoModus 2

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GT 637
BzG 63/29 - GrN 2/316


Der Text ist in 4 kurze Sätze unterteilt, die jeder einzelne mit dem üblichen Satzende-Trc (TrcFSE) endet. Die 2. und 3. Zeile setzt aber auf die letzte Silbe einen zusätzlichen Wortende-Trc (TrcFIN) zum „do“: Colon. In der 2.3. und 4. Zeile ist das letzte Wort (PPO “moritur“, bzw. „veniam“ mit dem beschleunigenden Prr eingeleitet. Interessant „donec veniam“ beginnt mit nkPrr und kPrr. „dónec“ erhält eine gewisse Betonung (Dehnung), trotzdem zielt alles auf das Wort „véniam“, dessen Trc zur Terz führt ( im 2. Modus nicht selten).

Die erste Zeile leitet ihren Schluss mit gewöhnlichem nkPes „re-fa“ (sursum mediocriter zum ersten Ton, „re“ ist ein bisschen höher als das „do“ zuvor) und Cephalicus “mi“ ein. Der Cephalicus staut vor dem Trc „frátres“. Der Cephalicus „sérmo“ gibt sich selbst etwas Mehrwert.
Die Infinites der 4 Sätze sind wie folgt komponiert: Die 3 Ténorebene des Protus werden konsequent ausgespielt

1) „Exiit sermo“ von der Terz, niedrige Emotionalität. Das 'equaliter' verhindert ein “mi“ oder “re“, denn de Strophicus steht immer über dem Halbton, auf „fa“ oder „do“. 'inferius mediocriter' ist ein Hinweis auf den Terzfall „fa-re“. Das 'levare mediocriter' ist kein Hinweis auf einen zweiten kleinen Ton (vgl.: Mod „ser-mo in-ter“) Es ist entweder emotional gedacht, oder Hinweis, das der Ton nicht wie üblich tiefer ist als zuvor (vide: 0019 „De ventre“, 0102 „Memento“).

2+4) 1INC ad4, mittlere Emotionalität. Der Aufstieg „do-re-fa-sol“ ist der Psalmodie entsprechend, aber auch dem antiphonalen 1INC ad4 (dort „re-fa-sol“ oder „re-mi-fa-sol“). Der Aufstieg führt weiter zur Ebene „sol“, bei 4) „sed sic éum“ direkter Aufsprung von Re„ zu „sol“. Höhepunkt dieser beiden Centones ist das „la“ - „discipulus ílle“ bzw. „sic eum lo“. Während der Schluss des Cento bei 2) bloß mit FML PeCl angereichert ist, ist er bei 4) mit CAD 8C vertont, der Formel, die in den RP2 als 'christologon' steht. Die Bibelstelle Io 21,23 spricht von enttäuschter Endzeiterwartung: Johannes ist gestorben, obwohl Jesus doch versprochen hätte, er werde nicht sterben bis er wiederkommt. „sic…volo manere“ - Nein, nur wenn ich will, dass er bleibt“.

3) Höhepunkt der CO ist der Beginn der 3. Zeile: Tenor „la“. „et nón“ 1INC 5Pes. 1.Akzent ist Hauptaussage, aber “-xit ie-sús„ steigt höher zum „si“. Das GN erzwingt von vornherein durch die Schlüsseln ein „sa“. Kl aber führt beide Höhepunkte zum “do“, Mp und auch Zt hat die Melodie verschoben und spricht nicht für „sa“. Ebenso liegt kein Tritonus vor, das „si“ bezieht sich auf „la“ bzw. „sol“. Entscheidend ist aber E: Auf dem Gipfel des Trc „-xit“ steht ein 'sursum'. Trc und PesSbp (Neume bedenkenswerter Texte) und der ScaSbp 1–45 (abermals ein PesSbp, aber 'praepunctis') machen „dixit iesús“ zur Hauptaussage, die mit „manere“ korreliert.

Es kam dieses Wort auf unter den Brüdern, 
dass dieser Jünger nicht sterbe!
Und doch hat Jesus nicht zu ihm gesagt,
er sterbe nicht.
Sondern: Wenn ich will, dass er bleibe, 
bis ich komme.

This word arose among the brethren, 
that this disciple should not die!
And yet Jesus did not say to him,
he would not die.
 But rather: If I will that he tarry till I come.

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gr_indiv/0649.1771067101.txt.gz · Zuletzt geändert: von xaverkainzbauer

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