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2TR Cento NOV
▫️ 2TR AAA
▫️ 2TR INC
▫️ 2TR MED
x▪️ 2TR NOVx
▫️ 2TR TER
▫️ 2TR ZZZ xxxxx ⬆️
Die Reintonatio ist grundsätzlich zweiakzentig.
letzter Akzent
Fixpunkt dieses Cento ist die nk ClvSp3p re-do-re-fa-sol auf dem letzten Akzent. Ihm folgt auf der letzten Silbe eine Circulatio, amplifiziert auf dem Gipfelton fa-mi-fa-sol-sol-fa. Bei PPO folgt auf den Akzent ein supervenienter Pes fa-sol.
C + L können die ClvSp3p mit Liqueszenz abrunden/abfangen. Im 2TR Eripe me tun sie das bei den Texten ‹superbi› und ‹scandalum›. Ch trifft diese Unterscheidung nicht, auch A+Y und Bv nicht mehr.
Nur in 2TR Eripe me (EM) verändert sich die Amplifizierung des Gipfeltons der Circulatio auf der Endsilbe in einen Pressus und gibt so dem Text des gesamten TR mehr emotionales Gewicht. Das Selbe tut Ch. L hingegen bleibt im 2TR Eripe me meist bei der Normalform, nur im Vers 2 und 10 setzt auch L den Pressus ein
Ist der Cento der letzte vor dem Schluss, der letzte vor TR2 ZZZ, so verändert sich die Neume und steigt bis zum si auf (fa-mi-sol - la-si-sol - sol-fa). Zw schreibt diesen Gipfelton als sa. Kl steigt zum do. Y schreibt keine Virga cornue, aber auch keine Virga semi-circulaire (Halbton) und bleibt mit der Normalform melodisch neutral.
e.g.: 0963 «omnes» Mp schreibt Ganzton si (g)
In machen Fällen weichen die Hss dem si/sa-Problem aus,
erster Akzent
Den ersten Akzent bildet grundsätzlich ein Einzelton auf fa. Praetonische Silben rezitieren auf do, die posttonischen Silben rezitieren auf re.
Offensichtlich gibt es hier bereits am Beginn des 10. Jh einen Unterschied zwischen der traditio frOr und frOc. Der Westen schreibt an Stelle einer Virga strata einen kPes, der in den Quellen des 11. Jh ein Pes mi-fa ist (Kl Bivirga fafa!). Deshalb die Virga strata im Sinn einer uniformen Tradition als ‹Halbtonpes› zu lesen, widerspricht ihrem Gebrauch in den Off-AN. Die Virga strata gibt hier an, dass der Tenor fa erreicht ist. Sie wird in der gesamten traditio frOr (St. Gallen) konsequent beibehalten.
Der Pes ist in L ein kPes, der (eher) unisonisch dem Ton zuvor anschließt (do-fa), aber öfter auch als nicht unisonisch zu lesen ist. In Ch ist er nicht unisonisch und daher wie in der gesamten diastematischen Welt als Halbtonpes mi-fa zu lesen. Da der kPes ohnehin oft nicht mehr als eine Virga mit Portamento ist, ist dieser Unterschied aber weitgehend müßig.
Kompliziert wird die Sache dadurch, dass Ch in etwa der Hälfte der Fälle nicht den kPes einsetzt, sondern den Oriscus-Pes: Tractulus und darüber stehender Oriscus. Diese Neume ist schwerlich als Halbton-Pes zu lesen. Sie muss ein nkPes re-fa sein. Ch setzt sie bei wichtigeren Akzenten ein.
Der kPes wird aber auch im C eingesetzt, wenn der erste Akzent bereits die erste Silbe ist: eine Virga fa mit Portamento.
Erster Akzent mi
Soll der erste Akzent deutlich weniger Gewicht tragen, führt er nur zum mi. Die Schreiber drücken das mit Epiphonus aus: der obere Ton (fa) ist ausgelöscht.
Noch weniger Gewicht trägt der kPes zum mi (re-mi). Er schließt nicht unisonisch zum vorherigen Schlusston an, und er wird nur verwendet, wenn die erste Silbe des Textes bereits der Akzent ist.

Weitere überzählige Akzente verwenden auch den kPes re-mi, oder sind mit Epiphonus re verhindert.





