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neumen:liqueszenz

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neumen:liqueszenz [2024/01/26 11:35] – xaverkainzbauerneumen:liqueszenz [2026/10/15 10:39] (aktuell) – [Epiphonus] xaverkainzbauer
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 1️⃣ Mit Blick auf die Handschriften des 12. Jahrhunderts war man im 19. Jahrhundert der Überzeugung, ein Cephalicus der adiastematischen Handschriften sei (immer) eine Clivis, deren zweiter Ton in seiner Sonorität vermindert ist, aber trotzdem erklingen //muss//. Daher schrieb man immer eine kleine Nebennote dazu. Fälle, wo vom Melodieverlauf her ein Nebenton undenkbar ist, ließ man (Pothier) stillschweigend unter den Tisch fallen und schrieb einfach Punktum. 1️⃣ Mit Blick auf die Handschriften des 12. Jahrhunderts war man im 19. Jahrhundert der Überzeugung, ein Cephalicus der adiastematischen Handschriften sei (immer) eine Clivis, deren zweiter Ton in seiner Sonorität vermindert ist, aber trotzdem erklingen //muss//. Daher schrieb man immer eine kleine Nebennote dazu. Fälle, wo vom Melodieverlauf her ein Nebenton undenkbar ist, ließ man (Pothier) stillschweigend unter den Tisch fallen und schrieb einfach Punktum.
  
-2️⃣ Mitte des 20. Jahrhunderts (LH 1983) machte man mit //den// Liqueszenzen ernst, die nicht aus einer Clivis abgeleitet sein konnten, sondern von einer Virga entstanden sind und unterschied die+2️⃣ Vor Mitte des 20. Jahrhunderts (AM 1934, Vorwort LH 1983) machte man mit //den// Liqueszenzen ernst, die nicht aus einer Clivis abgeleitet sein konnten, sondern von einer Virga entstanden sind und unterschied die
  
 **<fc #008080>augmentative Liqueszenz</fc>**: eine Eintonneume wird in ihrer Sonorität vermehrt, ohne einen zweiten Ton zu bilden, von der **<fc #008080>augmentative Liqueszenz</fc>**: eine Eintonneume wird in ihrer Sonorität vermehrt, ohne einen zweiten Ton zu bilden, von der
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 ======  GJ ====== ======  GJ ======
-Ritenuto, Ritardando, Accelerando+ 🔴Ritenuto, Ritardando, Accelerando
  
  
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 ===== Cephalicus ===== ===== Cephalicus =====
  
- +Unter dem Köpfchen des Cephalicus können nur zwei Buchstaben stehen: sursum oder inferius. //sursum// fordert viel Klang ein, während //inferius// einen eher lautlosen Stau fordert. 
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- +
-Unter dem Köpfchen des Cephalicus können nur zwei Buchstaben stehen: sursum oder inferius. sursum fordert viel Klang ein, während inferius einen eher lautlosen Stau fordert. +
 ===== Epiphonus ===== ===== Epiphonus =====
  
 Dasselbe gilt für den Epiphonus. Die Akzentuierung, die üblicherweise durch einen zusätzlichen höheren Ton geschieht, soll hier zurückgenommen, aber trotz des Verzichts auf den höheren Ton gehört, mitgedacht sein. (cf. 1MED nov [[ant:1730]]). Dasselbe gilt für den Epiphonus. Die Akzentuierung, die üblicherweise durch einen zusätzlichen höheren Ton geschieht, soll hier zurückgenommen, aber trotz des Verzichts auf den höheren Ton gehört, mitgedacht sein. (cf. 1MED nov [[ant:1730]]).
 +{{ :neumen:rp7_di_7283_etc..png?230|}}
 Der Name "Epihonus" (gr.: epi-phonein: heraus-, dazu- klingen) ist problematisch, weil gerade dieses Zeichen ausdrücken soll, dass //kein// weiterer Ton zum Grundton dazu- oder aus dem Grundton herausklingen soll. Besonders deutlich wird das in den Rezitationen der Responsoria a.e.: RP A:[[ant:7179]]"Deus canti-//cum// novum".  Alle jüngeren Quellen und MR singen hier Pes. Tol, Bv und H verneinen das mittels Epiphonus. Ähnlich [[ant:7235]] "Dulce //lig//-num dulces clavos" Hier notieren die jüngeren Handschriften und Bv einen Pes, mittels Epiphonus negieren dies MR, H und Tol (vide et [[ant:7347]] "//arch//-angelus", [[ant:7200]] "Disrumpam //vin//-cula" etc.). Der Epiphonus //verhindert// also einen zweiten Ton, einen Pes. Irgendwann im 11./12.Jh geht das Wissen darum verloren. Während in Toledo der liqueszente Strich des Epiphonus einfach ausrinnt, notiert Fo2 eine  eindeutigen Schlusspunkt des Epiphonus. Der Name "Epihonus" (gr.: epi-phonein: heraus-, dazu- klingen) ist problematisch, weil gerade dieses Zeichen ausdrücken soll, dass //kein// weiterer Ton zum Grundton dazu- oder aus dem Grundton herausklingen soll. Besonders deutlich wird das in den Rezitationen der Responsoria a.e.: RP A:[[ant:7179]]"Deus canti-//cum// novum".  Alle jüngeren Quellen und MR singen hier Pes. Tol, Bv und H verneinen das mittels Epiphonus. Ähnlich [[ant:7235]] "Dulce //lig//-num dulces clavos" Hier notieren die jüngeren Handschriften und Bv einen Pes, mittels Epiphonus negieren dies MR, H und Tol (vide et [[ant:7347]] "//arch//-angelus", [[ant:7200]] "Disrumpam //vin//-cula" etc.). Der Epiphonus //verhindert// also einen zweiten Ton, einen Pes. Irgendwann im 11./12.Jh geht das Wissen darum verloren. Während in Toledo der liqueszente Strich des Epiphonus einfach ausrinnt, notiert Fo2 eine  eindeutigen Schlusspunkt des Epiphonus.
 +
 +Der Epiphonus löscht ganze Formeln aus.\\
 +RP [[ant:7335]]"reco-len-tes", "[[ant:7254]] "Sicut ser-//pen//-tes" wird die CAD 8C/4C v verkürzt, die in den Parallelstellen voll auszusingen ist: [[ant:7283]] etc.
  
 ==== Epiphonus in  Fo2 ==== ==== Epiphonus in  Fo2 ====
neumen/liqueszenz.1706265317.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)

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