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modus:2.gregorianik [2022/05/01 14:30] – georgwais | modus:2.gregorianik [2022/07/16 18:01] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 |
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Gegenstück zur do-Revision ist die Tritonusphobie | Gegenstück zur do-Revision ist die Tritonusphobie |
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e.g. [[ant:7170]] GP | e.g. [[ant:7170]] Gf |
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Es ist hier nicht der Platz, auf die Auseinandersetzungen um weltlich und geistlich in der Musik, um Septakkorde, Chromatik und unreine Intervalle einzugehen; zugespitzt wurde das Ringen um religiöse Ästhetik in der Musik auf den ohnehin nicht neuen Satz:\\ | Es ist hier nicht der Platz, auf die Auseinandersetzungen um weltlich und geistlich in der Musik, um Septakkorde, Chromatik und unreine Intervalle einzugehen; zugespitzt wurde das Ringen um religiöse Ästhetik in der Musik auf den ohnehin nicht neuen Satz:\\ |
<fc #ff0000>tritonus est diabolus in musica </fc>.\\ | <fc #ff0000>tritonus est diabolus in musica.</fc>\\ |
Das statische Weltbild der Zeit und eine kaum entwickelte Paläographie verhinderten, die unterschiedlichen Quellen in ihrer historischen Evolution zu sehen (Gregorianischer Choral als der ein für alle Mal erreichte Höhe- und Endpunkt der katholischen Kirchenmusik, egal aus welchem Jahrhundert die Quellen stammen). So blieb nur die Geographie, die Unterschiedlichkeit der Quellen zu erklären, am Ende des 19. Jh. ein Anlass für jedwede Art von Nationalismen. | Das statische Weltbild der Zeit und eine kaum entwickelte Paläographie verhinderten, die unterschiedlichen Quellen in ihrer historischen Evolution zu sehen (Gregorianischer Choral als der ein für alle Mal erreichte Höhe- und Endpunkt der katholischen Kirchenmusik, egal aus welchem Jahrhundert die Quellen stammen). So blieb nur die Geographie, die Unterschiedlichkeit der Quellen zu erklären, am Ende des 19. Jh. ein Anlass für jedwede Art von Nationalismen. |
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Sieht man das Problem historisch, so ist **si** die ältere Schicht. Erst im 12. Jh. tauchen sowohl **sa** als auch **do** auf. Die Behauptung, "si" gelte für "b", weil man in früherer Zeit noch keine Vorzeichen schreiben konnte, ist nicht zu halten. Virga cornue in Y und do in Kl sprechen dagegen, e.g. [[grad:0057]].\\ | Sieht man das Problem historisch, so ist **si** die ältere Schicht. Erst im 12. Jh. tauchen sowohl **sa** als auch **do** auf. Die Behauptung, "si" gelte für "b", weil man in früherer Zeit noch keine Vorzeichen schreiben konnte, ist nicht zu halten. Virga cornue in Y und do in Kl sprechen dagegen, e.g. [[grad:0057]].\\ |
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Hatte das GR 1908, sich auf Mp stützend noch grundsätzlich si-be-molle (b) geschrieben, so hat Solesmes im AM 1934 konsequent den Weg zum authentischen si gewählt. Seltsamerweise geht das AM 2005 wieder zum jüngeren **sa** zurück. Auch die Responsorien des GP fallen durch abundanten Gebrauch des si-be-molle auf. Über den Grund dafür kann man nur rätseln.\\ | Hatte das GR 1908, sich auf Mp stützend noch grundsätzlich si-be-molle (b) geschrieben, so hat Solesmes im AM 1934 konsequent den Weg zum authentischen si gewählt. Seltsamerweise geht das AM 2005 wieder zum jüngeren **sa** zurück. Auch die Responsorien des Gf fallen durch abundanten Gebrauch des si-be-molle auf. Über den Grund dafür kann man nur rätseln.\\ |
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[[ant:7027]] <fc #4682b4>"conspectum"</fc> "si-mi" reine Quint, keine verminderte "sa-mi". | [[ant:7027]] <fc #4682b4>"conspectum"</fc> "si-mi" reine Quint, keine verminderte "sa-mi". |