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gr_indiv:0776

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0776

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GT 165, 884
BzG 27/10 GrN 2/87

AN 0922 est

Ein Beispiel, wie mit wenigen Fertigbauteilen eine Antiphon erstellt ist: Sechsmal treibt Cento
2INC asc den Text in kleinen Portionen weiter, wie eben der Text in kleinen Portionen aufgebaut ist: „postquam cenavit / cum discipulis suis / lavit pedes eorum / et ait illi / … et magister / ut et vos“. Zweimal beginnt der Text bereits auf „fa“
2INC ad3, wenn der 'Herr' angesprochen ist, der dazu noch mit
FML potestas in seiner Würde bestätigt wird: er spricht so zu sagen „ex kathedra“.
Kern der Perikope ist die Frage Jesu. „Scítis quid fecerim vóbis“, sie ist mit
1INC ad4 vertont. Die ficitio zeigt, wie das üblicherweise aussehen würde, „fécerim“ wäre betont. Der Text ist aber ganz anders gemeint: Scítis quid ego fecerim vóbis„ - Versteht ihr überhaupt, was ich (an euch) túe?. Die beiden Schlüsselworte 'Scitis' und 'vobis' sind aus dem Cento 1INC ad4 herausgenommen, und werden als verba exemta je individuell komponiert: scítis Aufstieg zur und Fall von der Quint. Der Cento 1INC 5Pes steht dabei Pate, die Por-Figur sorgt Kurrenz, der Quintfall ist mit der Gravis in Ch eindrücklich bewiesen. Es ist allerdings bezeichnend für die Entstehungszeit des GR, dass die Quint „re“ zur Quart „mi“ 'ausgebessert' ist, denn nach der Kompositionslehre Palestrinas (Gradus ad Parnassum) ist eine fallende Quint verboten (GT p.165). Jüngere Ausgaben haben das im Anhang bereits ausgebessert (GT p.885).

gr_indiv/0776.1699880600.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)

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