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cento_an:2inc_rez [2023/10/04 11:27] – xaverkainzbauer | cento_an:2inc_rez [2023/10/05 10:58] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1 |
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| [[cento:centologia#centones_antiphonarum|⬅️]] CENTOLOGIA<fc #ffffff>x</fc> |
| [[0centones |🔘]] synAN<fc #ffffff>xxxxx</fc> |
| [[cento_an:2typ|⬜️]] 2 TYPOI<fc #ffffff>x</fc> |
| [[cento_an:2inc|↖️]] **2INC**<fc #ffffff>x</fc> |
| [[cento_an:2med|▫️]] 2MED |
| [[cento_an:2nov|▫️]] 2NOV |
| [[cento_an:2ter|▫️]] 2TER |
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==== 2INC Rez ==== | ==== 2INC Rez ==== |
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{{ :cento_an:2inc_rez.png?250|}} | {{ :cento_an:2inc_rez.png?250|}} |
Diese Incipit ist zwar ein **2INC ad3**, wird aber hier auf die 8 Fälle des 2TYP Rez reduziert um die Überschaubarkeit zu sichern. | Dieses Incipit ist zwar ein **2INC ad3**, wird aber hier auf die 8 Fälle des 2TYP Rez reduziert um die Überschaubarkeit der Analyse zu sichern. |
Zu untersuchen ist das Quilisma. Die Frage ist, ist das Quilisma ein Ton oder nicht.\\ | Zu untersuchen ist, ob das Quilisma ein Ton ist oder nicht.\\ |
[[ant:3698]] ist eine Komposition von Solesmes ohne H als Beleg, fällt hier also als Quelle aus.\\ | [[ant:3698]] ist eine Komposition von Solesmes ohne H als Beleg, fällt hier also als Quelle aus.\\ |
[[ant:0082]] bietet als Ausnahme ein 2INC cad. <fc #4682b4>"Omnipotens sermo"</fc> ist zu mächtig, um nur auf der Ebene "re" zu rezitieren. Der Terzfall am Ende ist mit Virga strata angezeigt.\\ | [[ant:0082]] bietet als Ausnahme ein 2INC cad. <fc #4682b4>"Omnipotens sermo"</fc> ist zu mächtig, um nur auf der Ebene "re" zu rezitieren. Der Terzfall am Ende ist mit Virga strata angezeigt.\\ |
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[[ant:0099]] <fc #4682b4>"//Spi//-ritus"</fc> Das Quilisma in H und MR aber auch Tol wird in den jüngeren Quellen Wc, Fo, Ka, Wm/Zw nicht als Ton übertragen. Die Neume, die seit der solesmenser Restauration als Quilismascandicus bezeichnet wird ist ein gewöhnlicher TerzPes. Lc allerdings notiert einen Scandicus "re-mi-fa".\\ | [[ant:0099]] <fc #4682b4>"//Spi//-ritus"</fc> Das Quilisma in H und MR aber auch Tol wird in den jüngeren Quellen Wc, Fo, Ka, Wm/Zw nicht als Ton übertragen. Die Neume, die seit der solesmenser Restauration als Quilismascandicus bezeichnet wird ist ein gewöhnlicher TerzPes. Lc allerdings notiert einen Scandicus "re-mi-fa".\\ |
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Spanndend ist, was die Beneventaner machen: Sie schreiben eine 3-Ton-Neume "do-re-fa": Einerseits bleibt der Terzsprung "re-fa" erhalten, andererseits sind es durch die Hinzufügung des "do" 3 Töne. "kein Jota oder Strichlein ist verlorengegangen". Das selbe Anliegen treibt Ka in\\ | Spanndend ist, was die Beneventaner machen: Sie schreiben eine 3-Ton-Neume "do-re-fa": Einerseits bleibt der Terzsprung "re-fa" erhalten, andererseits sind es durch die Hinzufügung des "do" 3 Töne. "kein Jota oder Strichlein ist verlorengegangen". Das selbe Anliegen treibt Ka in\\ |
[[ant:0099]] <fc #4682b4>"//Spí//-ritu"</fc> an. Es bleibt beim TerzPes "re-fa", um aber auf drei Töne zu kommen wird das "re" verdoppelt. | [[ant:0099]] <fc #4682b4>"//Spí//-ritu"</fc> an. Es bleibt beim TerzPes "re-fa", um aber auf drei Töne zu kommen wird das "re" verdoppelt.\\ |
| Dieser Befund bleibt durch alle Fälle erhalten. |
| Ergänzend zur Schreibgewohnheit des Quilisma in Bv. Das Quilismazeichen steht für den ersten Ton des TerzPes, so in Bv19 [[ant:0231]], wobei hier nicht klar ist ob das Zeichen hier für "do" oder "re" steht. In Ka übernimm [[ant:1874]] a.m. diese Schreibgewohnheit der Beneventaner.\\ |
| [[ant:0748]] <fc #4682b4>"Nemini"</fc> Ka baut für die drei Silben eine eigene Konstruktion, Der Terzsprung "re-fa" bleibt erhalten, aber die 5 Töne berücksichtigen auch das Quilisma als Ton. |
| In [[ant:0905]] schreibt Mc den Scandicus "re-mi-fa". |
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| {{:cento_an:2inc_rez_quilisma.png?500 |}} |
| Dieser Befund hat nur eine mögliche Erklärung:\\ |
| Im authentischen Choral ist das \\ |
| <fc #ff0000>**Quilisma kein Ton sondern ein Intervallhinweis**</fc> in einer noch linienlosen Schrift. Schon im 11. Jahrhundert wird es als Ton missverstanden, wenn auch gleichzeitig das Wissen um den Terzsprung nach oben noch vorhanden ist. |