===== TR 8 ZZZ ===== {{ :cento_gr:graph_tr8_zzza.png?450|}} Der Schlusscento des gesamten Tractus besteht aus einer\\ •**Einleitungsgruppe** Clivis suprapunctis (**Clvspp**) la-sol-la-do und einem Pes subpunctis (**Pessbp**) sol-la-sol-fa, die von der Rezitationsebene "sol" zum "fa" führen. Es folgt\\ •**Scandicus** (**Sca**) fa-la-do und Rezitation "do". Den Abschluss bildet ein\\ •**Melisma** 20stufig (37tönig?), geprägt von Trivirga(!), Stropicus und fallenden Linien. Die Cantica der Osternacht ([[grad:0478]], [[grad:0457]], [[grad:0460]], [[grad:0476]] und TR Beatus vir [[grad:0459]]) zeichnen sich durch Übersteigerung des Climacus zum "re" aus (fa-la-do-re) Bv verwendet diese Neume in zwei rezenten Tractus (1215, 1614) auch.\\ Im größeren Teil der Fälle bildet nur ein einziger (wichtiger) Akzent den Cento, gefolgt von vier oder mehr nicht zu betonenden Silben "**fá**-ci-as nos" [[grad:0835]] (PPPOx?). {{:cento_gr:graph_tr8_zzzb.png?310 |}} Auch bei zwei Akzenten kann diese unübliche Akzentsituation auftreten und auf den zweiten Akzent vier und mehr ungetonte Silben das Ende bilden "**mí**-se-**ré**-re no-bis" [[grad:0456]], "**dó**-mus ís-ra-el est" [[grad:0478]]. In diesen Fällen eröffnet die //letzte Silbe// das Melisma. Folgen dem letzten Akzent wie üblich nur eine oder zwei unbetonte Silben, so eröffnet der //letzte Akzent// das Melisma. Die posttonische(n) Silbe(n) verändern die Melodie des zweiten Melismateiles nur leicht, aber auffällig.\\ Das gleiche Variationsverfahren unterscheidet am Beginn des Cento breite, stauende Anfangsakzente von fließenden, kurrenten. Ein einziger Ton wird verändert und die beiden Viertonneumen Clvspp + Pessbp wird eine 7stufige Neume (Clvflxressubp).\\ {{:cento_gr:graph_tr8_zzzc.png?180 |}} Des Pessbp bietet weitere Möglichkeiten den Sprachfluss fein zu dosieren: Der Pessbp selbst führt ruhig zum nächsten Akzent. Bei PPOx rundet die Aufteilung in Pes und Clv "dó-mi-nus" das Wort ab, verbreitert es //und// führt weiter, während ein dem Pessbt nachgestellter Tct das Wort abschließt und staut "úb-i-est / deus tuus?". Bildet das nachgestellte Ox nicht mit dem vorhergehenden Wort ein PPOx, sondern ist praetonisch dem nächsten Akzent zugeordnet, so reduziert sich der Pessbp zum endsilbenbetonenden Pes. Soll ein POx vom folgenden Wort abgesetzt werden, so wird aus dem Pessbp ein Trc sol-la-fa "cervíces / peccatorum". {{ :cento_gr:graph_tr8_zzzd.png?240|}} IM TR Laudate dominum [[grad:0471]] wird der Anfang des Melismas individuell abgewandelt um den Text auszudeuten: Der "lapis preti-**ó**-sus" verwandelt die kurrente Gruppe Porrectus subpunctis (Prrsbp) mit strophischer Endamplifikation in einen [[neumen:neuma#pes_subpunctis| Pessbp]] (5tonig), dem dem "//Edel//-stein" eher gerecht wird.\\ Der rezente Tractus [[grad:1617]] unterlegt den Text nicht nach den Regeln authentischer Gregorianik. [[grad:1806]] ersetzt den ersten Teil des Finalcento durch eine völlig andere Melodie